Reines Ruhrbahn-Gelb: Ein Besuch in unserer Waschanlage

Wenn es tatsächlich Menschen geben sollte, die ihre Autos gern und mit ganz viel Liebe waschen: Bei einer 30 Meter langen Straßenbahn vom Typ NF2 dürfte selbst diesen Zeitgenossen die Laune vergehen. Doch zum Glück wird bei der Ruhrbahn auf Handwäsche verzichtet. Stattdessen verfügen unsere Standorte über eigene Waschanlagen, die perfekt auf die Anforderungen der verschiedenen Fahrzeugtypen zugeschnitten sind.

Die Ruhrbahn ist bei Wind und Wetter unterwegs – eine gründliche Reinigung der Fahrzeuge ist deshalb unerlässlich.

Die Straßenbahnwaschanlage am Betriebshof Rosendahl in Mülheim an der Ruhr habe ich mir mal etwas genauer angeschaut. Und diesmal hatte ich Unterstützung dabei: Meine Kollegin Leonie wird in Zukunft über ihre Ausbildung bei der Ruhrbahn bloggen und wollte sich deshalb mal ein paar Sachen von mir abschauen.

Die modernste Waschanlage der Ruhrbahn

Am Betriebshof in Mülheim nimmt uns Frank Punsmann, seines Zeichens Abteilungsleiter der Straßenbahnwerkstatt an diesem Standort, in Empfang. „Die Anlage wurde 2011 gebaut und ist damit die modernste Straßenbahnwaschanlage der Ruhrbahn“, weiß er zu berichten. Nach 2.500 gefahrenen Kilometern landen die Straßenbahnen regelmäßig in der Waschanlage. „Da so eine Straßenbahn im Schnitt 72.000 Kilometer pro Jahr fährt, kann man sagen, dass die Bahnen alle zehn bis vierzehn Tage gereinigt werden.“

Von Hand einprogrammiert fahren die Waschbüsten an der NF2 entlang.

An den Seiten des Fahrzeugs fahren die Waschbürsten im Intensivgang vier Mal entlang – zwei Mal hin, zwei Mal zurück. Was beim PKW nur einige Augenblicke dauert, streckt sich hier über 22 Minuten. Das Dach bleibt dabei außen vor: „Gegen den Staub da oben kommen wir sowieso nicht an. Stattdessen wird das Dach regelmäßig per Hand von Laub und anderem Schmutz befreit.“

Wer sein Auto schon mal in eine Waschanlage geschickt hat, weiß: Mithilfe von Lichtschranken werden die Waschbürsten gesteuert, um optimal am jeweiligen Fahrzeug „entlangzuschrubben“. Doch nicht so bei der Straßenbahnwaschanlage – jede Bahn wurde in mühevoller Kleinstarbeit am Computer einprogrammiert. „Wer gut ist, schafft eine Bahn am Tag“, so Punsmann. Eine Mammutaufgabe, die deshalb bei der Beschaffung der NF2 auch mit im Lastenheft stand.

Nachhaltigkeit wird groß geschrieben

Und wie umweltfreundlich ist so eine Waschanlage? „Der Wasserverbrauch pro Wäsche lässt sich leider nicht genau beziffern. Jedoch werden circa ¾ des Waschwassers zurück in einen Tank unter der Erde geführt und dort neu aufbereitet“ – nachhaltig ist die modernste Waschanlage der Ruhrbahn also auch noch.

Anschließend begleiten Leonie und ich Herrn Punsmann noch in sein Büro, wo er uns einen von hunderten Wartungsplänen auf dem Computer zeigt. Dieser bezieht sich auf die Wäsche einer NF2-Straßenbahn, während andere Pläne beispielsweise die Wartung von Radreifen sicherstellen.

Und dann ist unser Besuch auch schon vorbei. Leonie und ich sind uns einig – bei der nächsten Autowäsche wird uns alles, was wir sehen, winzig vorkommen.

2 Antworten zu “Reines Ruhrbahn-Gelb: Ein Besuch in unserer Waschanlage”

  1. Meik Marsani sagt:

    Bei der BOGESTRA werden die Straßenbahnen jeden Tag nach Rückkehr in den Betriebshof mit Sand befüllt und gewaschen einen Tag die geraden wagennummern und am darauf folgenden Tag die ungeraden und die BOGESTRA hat den modernsten Betriebshof den dort sind ALLE BAHNEN NACHTS IN DER HALLE!!!

    • Sylvia Neumann Sylvia Neumann sagt:

      Wow – das ist ja schön! Da haben die Bahnen der BOGESTRA ja Glück, dass sie nachts in der Halle sind. Vielleicht weiß ja sonst noch jemand hier, wie die Bedingungen für Bahnen und Busse in anderen Verkehrsunternehmen sind?

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