EVAG-Fahrlehrer Füssel: „Alle raus – der Bus brennt!“

DSCN2281Stellen Sie sich vor, Sie sitzen nichts ahnend in einem Bus auf dem Weg zur Arbeit. Plötzlich wabern dicke Rauchschwaden durch das Fahrzeug. Feuer! Ihr einziger Gedanke: Nichts wie raus! Aber was ist mit dem Rollstuhlfahrer? Der alten Dame mit dem Rollator? Wer erklärt dem ausländischen Herrn, der kein Deutsch versteht, dass er das Fahrzeug verlassen soll? In solchen Ausnahmesituationen müssen die Fahrerinnen und Fahrer einen kühlen Kopf bewahren. Was bei einem Fahrzeugbrand zu tun ist, trainieren die Kolleginnen und Kollegen aus dem Fahrbetrieb während einer Evakuierungsübung. Die ist Teil der Berufskraft-fahrerschulung, an der alle Fahrer im Fünf-Jahres-Rhythmus teilnehmen.

Fahrer trainieren für den Ernstfall

In Lebensgefahr schwebt hier heute zum Glück niemand. Auch von einem echten Feuer ist auf dem Betriebshof während der Evakuierungsübung nichts zu sehen. Damit die Situation für das Fahrpersonal dennoch so realistisch wie möglich ist, setzt Fahrlehrer Karl-Heinz Füssel den Übungsbus mit Hilfe einer Nebelmaschine unter Rauch. Bevor es losgeht, wird ein Fahrer bestimmt. Alle anderen Teilnehmer mimen Fahrgäste: Einen Rollstuhlfahrer, eine hysterische junge Frau, einen Betrunkenen. „Alles wie auf einer echten Busfahrt“, sagt Füssel, der die Übung für die anschließende Auswertung auf Video aufzeichnet. Hier ein kurzer Einblick:

Rettung in 30 Sekunden

Die Nebelmaschine läuft. „Alle raus – der Bus brennt!“, ruft der Fahrer, öffnet die Türen und eilt nach hinten. Der Rollstuhlfahrer wird über die Rampe aus dem Bus geschoben. Zwei Männer helfen einem Senioren und auch der Betrunkene, der die Lage nicht begreift, wird nach draußen eskortiert. Sobald alle Fahrgäste in Sicherheit sind, setzt der Fahrer einen Notruf ab. Dann rettet auch er sich ins Freie. 30 Sekunden dauert das Ganze – dann ist die Übung schon wieder vorbei. „Was auf den ersten Blick wie ein lustiges Rollenspiel aussieht, kann im Ernstfall Leben retten“, erklärt Karl-Heinz Füssel. „Das Wichtigste ist, alle Fahrgäste in Sicherheit zu bringen. Anhalten, Türen auf, raus. Alles andere ist egal.“ 

Damit die EVAG-Kollegen im Fahrdienst bestmöglich auf eine Brandsituation im Fahrzeug vorbereitet sind, wird im Rahmen der Fahrerausbildung bei der EVAG die Evakuierung eines Busses mit Fahrgästen im Brandfall simuliert und geübt. Dazu gehört unter anderem, dass das Fahrzeug authentisch unter Rauch gesetzt wird, um den realistischen Eindruck zu erhöhen.

Damit die EVAG-Kollegen im Fahrdienst bestmöglich auf eine Brandsituation im Fahrzeug vorbereitet sind, wird die Evakuierung eines Busses mit Fahrgästen im Brandfall simuliert und geübt. Dazu gehört auch, dass das Fahrzeug authentisch unter Rauch gesetzt wird, um den realistischen Eindruck zu erhöhen.

 

Technische Vorsorge

Jährlich werden 350 bis 400 Busbrände in Deutschland registriert, wovon allein 85 Prozent im Motorraum entstehen. Gerade mal zwanzig Sekunden dauert es, bis ein Motorraum in Flammen steht. Da zählt jede Sekunde. Neben der Fahrerschulung sorgt die EVAG deshalb auch technisch vor: Alle Linienbusse sind mit dem schwedischen Feuerlöschsystem „Fogmaker“ ausgerüstet, das bei Überhitzung den Motorraum einnebelt. Gleichzeitig alarmiert eine rote Lampe den Fahrer, der sofort reagieren und alle Fahrgäste in Sicherheit bringen kann. Ein Feuerlöscher befindet sich zusätzlich in jedem Bus.

Weitere Infos:
http://www.derwesten.de/staedte/essen/wenn-busfahrer-den-ernstfall-ueben-id10336656.html
http://www1.wdr.de/studio/essen/themadestages/brennener-bus100.html

 

 

 

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Sylvia Neumann

Sylvia Neumann

26.01.2016