Im EVAG Labor: Die App, die Kunden an die Hand nimmt

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Ob und wie ich irgendwo ankomme?

Sie planen eine Fahrt, beispielsweise mit der U11 vom Rüttenscheider Stern bis zum Hauptbahnhof. Sie wissen aber nicht genau, wie Sie a) zum Bahnhof kommen und b) zu welchem Gleis Sie müssen. Sie zücken Ihr Smartphone, starten eine App, geben an, wohin Sie wollen, Ihre Schritt-Geschwindigkeit legen Sie ebenfalls fest. Und los geht‘s. Die App führt Sie in den Bahnhof, korrigiert sogar Ihre Route. Sie zeigt an, welcher Aufzug es sein muss und sagt Ihnen, dass Ihre U11 einfährt – Zukunftsvision? Dann folgen Sie mir mal ins EVAG Labor…

Das, was für Sie als Leser möglicherweise normal klingt, nämlich den richtigen Weg zu kennen oder zu finden, trifft für eine große Zahl von (zukünftigen) Fahrgästen nicht unbedingt zu. Stichwort Orientierungshilfen: Diese gibt es zuhauf, wie beispielsweise von googlemaps. Sie funktionieren aber meist nur oberirdisch; denn Sie und Ihr Smartphone werden mit Hilfe von GPS geortet und geführt. Was aber passiert in geschlossenen Gebäuden wie einem Bahnhof? Mit Betreten eines Bahnhofs verlässt Sie GPS, aber nicht die Orientierung.

Damit Sie zu Ihrem Ziel kommen

Die EVAG erforscht zusammen mit der Dortmunder Agentur „geomobile“ das sogenannte „Indoor-Routing“. Konkret arbeitet sie an einem Leitsystem für Mobilitätseingeschränkte, aber auch für alle anderen, die sich gerne leiten lassen wollen. „Das allein ist aber nicht die Herausforderung“, sagt Jörg Lamers (Leiter IT-Management, EVAG), „sondern vielmehr, dass wir unsere Fahrgäste, ob eingeschränkt oder nicht, zuverlässig durch unsere Bahnhöfe routen können.“

15 Sender orten und navigieren

Unser Testobjekt: Der U-Bahnhof Rüttenscheider Stern. Ausgestattet ist er seit dem Sommer mit 15 Sendern, sogenannten ibeacons, die auf das Bluetooth-Signal des Handys reagieren und mit einer speziellen App* kommunizieren. „Für uns ist es wichtig zu sehen, ob wir überhaupt unterirdisch eine Orientierung anbieten können“, erklärt Lamers. „In einem weiteren Schritt haben wir bereits eine Bahn und einen Bus ausgestattet, die ebenfalls mit der Test-App kommunizieren“.

Natürlich gibt es bereits eine Art Indoor-Routing. Einkaufscentren locken so Kunden zu bestimmten Angeboten, mehr zurzeit aber nicht. „Die Forschung bietet noch kein Patentrezept, wie man Personen durch komplexe Bahnhöfe lotst“, sagt Projektleiter Georg Grindau (Leiter Mobilitätsmanagement, EVAG), „aber wir sind auf dem richtigen Weg, das beweisen unsere Tests. Auch sind wir bereits mit dem VRR in Verhandlungen.“   

Ein Blick ins EVAG-Labor

Ein großes und vor allem komplexes Projekt für die EVAG, aber auch eins mit Potenzial und Leuchtturmcharakter, wenn es funktioniert. Soweit so gut… Ich will es aber genauer wissen und mache mich auf und nehme das „Testlabor“ unter die Lupe.

Ich benutze für den Test ein iPhone mit der Test-App. Ob und wie ich irgendwo ankomme, verrate ich nächste Woche in Teil 2.  

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Jens Kloth

01.12.2015